Die Kreativität fließt am besten, wenn der Druck weg ist.

Ist so. Da kann man noch so ein Arbeitstier (und da zähle ich mich selbst dazu) sein.
Das heutige Dienstagslernen beschreibt eigentlich meine Situation in den letzten paar Wochen, aber ich bin mir sicher, du kennst das auch. Und wenn nicht, dann kannst du es zum Anlass nehmen, mal auszuprobieren, wenn du das Gefühl hast, du trittst irgendwie auf der Stelle.

Ich habe ja für dieses Jahr beschlossen, mich auf DAS HIER zu konzentrieren. Weil es mir gerade einfach unglaublich viel Spaß bringt. Ich hatte zu Beginn des Jahres noch sieben Buchprojekte, die ich natürlich noch abschließen wollte und musste. Das zog sich bis Ende März. Sieben Projekte parallel. Da rattert man eine Illu nach der anderen runter.
Die Illus sind alle prima geworden und ich freue mich schon riesig auf die Ergebnisse.

ABER: Weißt du was auf der Strecke geblieben ist?

Das eigentliche Kreativsein. Denn in solchen Situationen fängt man nicht unbedingt an, eine neue Technik auszuprobieren, den Stil zu verändern oder sonst was. Man ruft halt das Standard-Programm ab. Das, was gut ankommt. Das, wofür man gebucht wurde.

Das ist einem oft während des Prozesses gar nicht so klar. Und so ging es mir auch. Denn das Ergebnis war ja prima.

Aber jetzt, da die Projekte alle abgeschlossen sind, merke ich wie sehr es mir gefehlt hat mich auch mal anders auszuprobieren. Da werden neue Stifte geordert, Mundspül-Flaschen in bunte Hummeln umfunktioniert, Collagen gebastelt und digital Neues ausprobiert.
Weil es Spaß macht!

Weil es DAS genau das ist, was uns auszeichnet: Kreativität. Und wenn wir sie über einen längeren Zeitraum nicht ausleben können (weil Projekte uns fordern), dann werden wir unzufrieden. Denn DAS ist es was wir auch brauchen, um uns und unseren Stil weiter zu entwickeln. Kein Kreativer will zehn Jahre lang ein und dasselbe machen.

Worauf ich hinaus will:

Beschenke dich selbst mit Pausen. Das muss kein Urlaub sein.
Beschenke dich einfach nach großen Projekten mit Pausen, ehe du gleich zum nächsten hetzt.
Um auf die stressige Phase zurück zu schauen und zu erkennen, was gut war und was nicht.
Um durchatmen zu können. Um dein Talent weiter zu entwickeln. Das kommt ja dann auch wieder späteren Kundenaufträgen zugute.

 

Und hier kriegen wir schon wieder fast die Kurve zu der häufig gestellten Frage „Wie finde ich meinen Stil?”

Indem wir unserer Kreativität freien Lauf lassen und einfach das machen, worauf wir selber gerade Lust haben. Ohne Hintergedanken dass man das mal dem oder dem Kunden schicken könnte. Nur so flutscht es…

… denn dann sind wir wir selbst. Ohne Briefing, ohne Zeitdruck. Und das sieht man den Illustrationen später an. Ob du sie voller Elan und Spaß gemacht hast oder nicht.

In diesem Sinne:

Wer geht jetzt eine Hummel basteln? Hehe.

Aber mal im Ernst. Wann hast du dir das letzte Mal so eine richtige Pause gegönnt, in der du deine Kreativität so richtig wahrgenommen hast?

Du kannst dich nicht mehr erinnern? Dann wird es wohl höchste Zeit sein. Gehst du es an?

P.S. Lust dich mit anderen Illustratoren auszutauschen? Dann schau auch mal in unserer Facebook-Gruppe „Erfolgreich. Illustrator“ vorbei. Eine tolle Community mit vielen Startern – aber auch alten Hasen – die sich unterstützen wo es nur geht. Versuche in deinem öffentlichen Profil irgendwas mit Illustration zu zeigen oder schicke mir vorab eine PN, da wir die Profile alle vor Einlass checken.

Pause machen = Hallo Kreativität!