Neulich erhielt ich eine Direktnachricht via Instagram mit einer Frage. Und ich sammle ja immer Themen, die ich für meine Solo-Folgen verwenden kann. Sei es über eure Direktnachrichten oder aus euren Gesprächen und Fragen in meiner Facebook Gruppe „Kreative Rockstars”.

Und da mich kurz nach dieser Nachricht gleich noch eine ähnliche erreichte, dachte ich mir, es ist mal Zeit dieses Thema anzugehen. Die Nachricht war in etwa so:

Ich würde auch so gerne selbstständig sein, mir was aufbauen: Aber mit was? Mich begeistert so vieles. Wie finde ich heraus, was „meins” ist?

Eine gute Frage, finde ich. Hast du dir die auch schon mal gestellt? Also, ich mit Sicherheit.

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Die Links zu Folge 55:

• Kreative Rockstars Facebook Gruppe
• Podcast-Folge Jahresplanung

Vielleicht nicht zu Beginn, denn da war mir relativ klar, dass es die Illustration sein soll, aber wenn man erstmal mit etwas anfängt, kommen die Ideen ja schnell so richtig ins rollen. Ich könnte ein Papeterie Label gründen oder meine Illus auf T-Shirts anbieten, auf Märkten ausstellen, Illus als Stock-Kollektionen verkaufen, selber ein Buch schreiben und veröffentlichen, Kurse machen, ach ja, mich weiterbilden im Bereich Fotografie, das macht ja auch Spaß. Und bloggen… und, und, und.

Ich wette, dir geht es genauso. Ich kenne keinen Kreativen, der nicht mehr Ideen als Zeit hat. Hehe.

Aber… ja. Kommen wir erst einmal zur Frage zurück: Was, wenn man die Idee „Selbstständig sein” gut findet, aber noch gar nicht weiß, was es werden soll? Weil, seien wir ehrlich, die Möglichkeiten sind heute SO vielfältig. Ein klassisches Überangebot der Möglichkeiten. Und so ein Überangebot führt dann sehr schnell dazu, dass man am Ende gar nichts macht.

Genau das wollen wir ja aber nicht.

Ich weiß, wir sind alle kreative Kindsköpfe. Super motiviert und erst einmal glauben wir, alles ist möglich. Die Ideen sind einfach zu gut, um nicht zu rocken. Weswegen es ja auch so schwierig ist, sich zu entscheiden, welche Idee umgesetzt werden sollte.

Und das mag ja auch alles richtig toll sein.

Ich bin jemand, die IMMER auf diese innere Stimme hört, die eigentlich schon längst weiß was zu tun ist, es aber dem Hirn noch irgendwie klar machen muss, dass es auch danach handelt.

Deshalb zuallererst: Wenn es ein Projekt / einen Beruf gibt, auf den du so richtig Lust hast, woran du Tag und Nacht denkst und einfach Feuer und Flamme bist, dann hast du deine Antwort schon.

Wenn die Gedanken kreuz und quer von einer Idee zur anderen hüpfen, dann wird es vielleicht aber doch an der Zeit sein, hier mal logischer ran zu gehen.

Wenn ich eins von meinem Papa gelernt habe, dann ist es Pro / Kontra Listen erstellen. Das wäre also schon mal eine Variante.

Aber fangen wir von vorne an. Am meisten Sinn macht es wirklich, einfach mal alles zu Papier zu bringen. So richtig auf echtes Papier. Dann hast du es direkt vor dir. Kannst es in die Hand nehmen. Streichen. Einkreisen. Herrlich.

Es ist eigentlich der Jahresplanung relativ ähnlich. Wenn du alles so vor dir stehen hast, dann kannst du mit den Pro-Kontra-Listen anfangen.

Wenn es nur um verschiedene Projekt-Ideen geht, dann kannst du hier z.B. die drei für dich wichtigsten einkreisen.

Aber bei der Berufswahl, weil dich zu viel interessiert, wird das etwas schwieriger. Hier solltest du dir dann wirklich einmal eine Liste machen, welche Vor-und Nachteile die jeweilige Branche hat.

Nehmen wir die Hochzeitsfotografin: Da kannst du dir sicher sein, dass du von na, vermutlich April bis September Hochsaison hast und wenig an den Wochenenden zu Hause sein wirst. Denn da wird für gewöhnlich geheiratet. Frage: Willst du das? Passt das mit deinem Familienleben, sofern vorhanden, zusammen?

Willst du Illustratorin werden? Dann musst du mit Deadlines umgehen können und Termine einhalten. Zusätzlich wirst du damit klar kommen müssen, dass dein Kunde am Ende bestimmt ob der Pullover des Kindes Pink oder Orange sein soll. Denn Kunst hin, Kunst her, am Ende sind wir Illustratoren Dienstleister und der Kunde ist König.

Oder nehmen wir das Papeterie Label mit Lettering, Zeichnungen und so… wo lagerst du all die hübschen Papiersachen? Im Schlafzimmer? Hast du auf Dauer vor Leute einzustellen, die dir helfen können? Denn so ein Label mag klein und mit einer kreativen Idee starten, aber wenn es wächst (und das soll es ja), wirst du mit der Buchhaltung, dem verpacken, dem Retouren bearbeiten, Werbung und ach ja, neue Produkte kreieren, nicht mehr hinterher kommen.

 

Das sind Dinge, die wir uns auf dem ersten Blick nicht ansehen.

Wir sind so mit Adrenalin überschüttet, weil wir sooo viel Tolles machen können und vorhaben, dass wir nur die schöne Seite an allem sehen.

Überleg dir wirklich mal bewusst mit Stift und Papier, was die Vor- und Nachteile jeder Branche sind.

Und dann überlege insbesondere, ob es das ist, wo du mal hin willst. Wie dein Leben… so als Gesamtbild… aussehen soll.

Aber weißt du was? Das klingt alles so schrecklich unromantisch, oder? Ich weiß.

Deshalb kommt jetzt noch ein „Einfach machen” hinterher. Denn wie ich schon am Anfang gesagt habe: Lieber eine deiner genialen Idenn umsetzen und später merken, dass es vielleicht doch nicht das richtige war und dann die andere wählen, als auf dem Sofa zu sitzen und noch ein weiteres Jahr zu überlegen, was es denn nun werden soll.

Und, mal so aus der Erfahrung heraus: Du kannst planen so viel du willst, aber wenn du mit offenen Augen und Ohren durch die Welt ziehst, neue Bekanntschaften zulässt und positiv bist, dann werden sich unterwegs so viele weitere Optionen anbieten, an die du jetzt vielleicht noch gar nicht denkst.

Ich habe NIE gedacht, dass ich je einen Podcast haben werde. Oder Teil einer Instagram Kampagne für Microsoft bin. NIE.

Aber genau das ist das spannende. Anfangen. Und klar, ein Ziel, ein Projekt vor Augen haben, dass du umsetzen möchtest und auch nach Möglichkeit solltest. Aber wer weiß, was sich aus diesem Projekt wieder ergibt?

Dein Kopf wird nie leerer an kreativen Ideen werden. Fluch und Segen zugleich. Denn die Zeit wird ja nicht parallel auch mehr.

Aber du HAST Zeit. Es wird heute vermutlich niemand mehr bis zur Rente im selben Job arbeiten. Ich habe meinen mittlerweile schon wieder gewechselt. Die Illustration für Kunden ist so dermaßen in den Hintergrund gerückt. Dabei war das immer mein Traum. Aber du und ich, wir entwickeln uns alle weiter. Und deshalb: such dir einfach EIN Projekt aus. Setze es um und dann kommt das Nächste. Vielleicht eins, das heute auf deiner Liste steht. Eventuell wird es aber auch eins sein, dass du heute noch gar nicht auf dem Schirm hast. Das ganz plötzlich auftaucht und vor dir steht.

Und klar, das gilt insbesondere für Projekte. Einen kompletten Beruf wechselt man jetzt nicht so schnell wie ein zeitlich befristetes Projekt. Aber trotzdem. Auch hier gilt: Wofür schlägt das Herz JETZT am meisten? Was lässt sich JETZT am besten mit deinem Leben vereinbaren? Und wenn du z.B. gerade in der Kinderplanung bist, solltest du vielleicht auch die Zukunft noch mit bedenken.

 

Aber es hat niemand gesagt, dass du in diesem einen Beruf für immer bleiben musst.

Ich glaube, wenn man sich dessen bewusst ist, fällt die Entscheidung leichter. Du hast die Erlaubnis auch wieder etwas anderes zu machen. Wir leben in einer so wunderbaren Zeit, in der das möglich ist.

Und ich habe es früher ziemlich nervig gefunden, wenn die Großen da draußen einem den Satz „Der Weg ist das Ziel” um die Ohren hauen. Ich habe ihn bis vor kurzem nicht verstanden. Ich will immer meine Ziele umsetzen und das schnellstmöglich. Aber mittlerweile merke ich, wie sich aufeinmal alles aneinander reiht. Ohne, dass ich ständig aufs Gaspedal trete.

Es warten so viele tolle Dinge auf dich. Das wichtigste ist, dass du einen Anfang machst. Alles andere wird sich dann ergeben.

Wenn du dafür offen bist.

In diesem Sinne, legt los und rockt es.

Wir Kreative haben hundertmal so viele Ideen wie Zeit. Ein absolutes Chaos. Wie soll man sich da entscheiden was man zuerst macht? Oder besser: Was man dabei alles übersieht.
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