Vorwort von Johanna:
Zum heutigen #Dienstagslernen übergebe ich das Wort mal an meine liebe Assistentin Lene und mache ihr Platz für eine Buchbesprechung, die wir ab sofort monatlich auf dem Blog haben möchten. Bücher rund um Illustration, Kreativität und auch das liebe Marketing.

Wir stellen gerade einiges um, mein bald startender Podcast wird in Kürze unser Dienstagslernen ergänzen/ ersetzen… man wird sehen was all das so mit sich bringt. Und jetzt los… Bühne frei, für Leseratte Lene.
( * Die Links zum Buch sind Affiliate Links)

Im Rahmen einer neuen, tollen Kategorie gibt Johanna mir die Möglichkeit, mich ein bisschen mehr einzubringen und das mit einer meiner liebsten Beschäftigungen – dem Lesen.
Ich darf ein tolles Buch zum Thema Illustration lesen, euch präsentieren und ungeniert meinen Senf dazugeben. Ich freue mich auf die neue Herausforderung und lege gleich mit dem ersten Buch los.

Stilgefühl – 100-mal auf dem Weg zum eigenen Zeichenstil * von Karoline Pietrowski (erschienen im Jaja Verlag)

Als freiberufliche Illustratorin und Character Designerin für viele namhafte Kunden hat Karoline Pietrowski schon einige farbenfrohe, lebhafte Illustrationen geschaffen. Trotzdem – oder vielleicht gerade auch deswegen – beschäftigt sie sich auch (wie wohl jeder Kreativschaffende auf diesem Planeten) mit den schwierigen Fragen nach dem „einen“ Stil. Hab ich einen? Wenn ja: Was macht ihn aus? Wenn nein: Wie komm ich zu meinem?

Der eine einzigartige Stil, der die Werke so unverwechselbar macht. Das Merkmal, das einem bei Kollegen sofort auffällt und das man bei sich selbst oft vergeblich sucht. Jeder Illustrator will ihn.

Und ich wage mich jetzt mal weit vor, in dem ich sage: Jeder Illustrator HAT ihn.

Was ist Stil?“

Diese Frage stellt Karoline in ihrem Buch 99 nationalen und internationalen Illustratoren und beantwortet sie am Schluss auch selbst noch. Gesammelt entstand so ein Werk mit 100 verschiedenen Selbstporträts und 100 dazugehörigen Eindrücken zum Thema Stil(findung).

100 verschiedene Illustrationen, die eindrucksvoll zeigen, dass Stile sich zwar in manchen Details ähneln können, aber doch eigentlich so unverwechselbar sind wie die Künstler, die sie zum Leben erwecken.

Die Antworten zur zentralen Frage waren ebenso individuell in Ausdruck und Formulierung:
Mal knackig kurz in einem einzigen Satz, mal ausführlich ausgeschmückt in mehreren Abschnitten, mal in lyrischer Form, mal ein bisschen sarkastisch.

Aber was überraschend oft bei den Meisten durchklingt, ist, dass der „eine Stil“ einen Teil der Persönlichkeit des Künstlers enthält, dass er wächst mit den persönlichen Erfahrungen, dass man ihn nicht erzwingen kann und dass er sich weiterentwickelt, so wie sich auch der Illustrator beständig weiterentwickelt. Sowohl Technik, als auch die eigenen Erlebnisse und persönlichen Vorbilder prägen diesen „einen Stil“ von ganz allein, er ist nicht starr und unveränderlich und er zieht sich durch alle Bereiche des Lebens, nicht nur durch den Bildschirm und das Papier.

Ich habe mir zwei von den Antworten herausgepickt, weil sie für mich ganz persönlich so herrlich passend sind:

Tine Dudek formuliert es (auf S. 106) so treffend:
„Stil ist gleichzeitig konsequent und wandelbar. Du musst nicht nach einem bestimmten Stil suchen, weil dein Stil dich immer finden wird – während du arbeitest, zeichnest, schläfst und liebst.“

Und die wunderbare Eva Lamberty (s. S. 122) meint:
„Stil ist wie dein Gesicht: Du hältst es überall hin, und um dir und anderen zu gefallen, trägst du Make-up auf und frisierst deine Haare. Aber wie sehr du dich auch verbiegen willst, letzten Endes bleibt es immer dein Gesicht – und das ist großartig so.“

Vielleicht ist es genau so: Vielleicht sollten wir ihn akzeptieren, den eigenen Stil. So wie er ist.
Ob wir ihn auf Anhieb erkennen oder er sich nur für andere zeigt und für uns selbst unsichtbar bleibt.

Vielleicht sehe ich meinen Stil ab jetzt einfach wie einen guten Freund, der mich manchmal nervt, aber meistens unterstützt und begleitet, mich seit Kindertagen kennt, der mich ergänzt und mit mir wachsen wird. Ob ich ihn sehe oder nicht.

Wer ein Buch als quasi-Anleitung zur Stilfindung will, ist hier falsch. Es zeigt keine Wege auf, den einen Stil zu finden oder sich zu erarbeiten.
Aber: Ich kann jedem dieses Buch als Inspiration empfehlen. Weil es wirklich interessante Interpretationen mit schönen, facettenreichen Illustrationen zu einem Thema bereit hält, das uns alle doch hin und wieder beschäftigt.

Und: Auch weil du jetzt bestimmt zu Recht wissen willst, wie Karoline und ihre anderen tollen Kollegen die Frage nach dem Stil beantworten. 😉

So und jetzt zu dir: Was denkst DU was Stil ist oder noch spezieller, was deinen Stil ausmacht?

Und natürlich freue ich mich auch über ein Feedback zu meinem Debüt als Blogger. Wollt ihr mehr? Bekomm ich ein „Daumen hoch“ oder eher ein „Nee, lass das mal“? Hast du mir vielleicht sogar einen Vorschlag zu einem tollen Buch rund ums Thema Illustration?