Dein eigenes Label – eigener Shop, DaWanda/ Etsy oder Redbubble/ Spreadshirt?


Du hast entschieden, du willst nicht im Kundenauftrag illustrieren, sondern möchtest mit deinem eigenen Label die Welt erobern? Prima. Dann findest du in meinem Video die Tipps, die dich da ans Ziel bringen.

Schritt 1: Gewerbe anmelden. Denn wenn du Produkte verkaufst und herstellen lässt, bist du kein Freiberufler mehr, sondern Gewerbetreibender.

Ansonsten hast du drei Möglichkeiten:

  1. Onlineshop bei DaWanda, Etsy & Co.
  2. eigener Shop
  3. Anbieter wie Spreadshirt und Redbubble

Ich habe alle drei Optionen ausprobiert und mit allen meine Erfahrungen gemacht.

DaWanda, Etsy & Co.

+ Du musst dich nicht um die Onlineshop-Technik kümmern, brauchst keinen Web-Host oder sonst was (größter Vorteil)
+ Die Plattformen machen auch für dich Werbung
+ Du kannst zufällig entdeckt werden, wenn Nutzer durch die Seite surfen
+ Aber: Potentielle Käufer können auch schnell von deinen Produkten weg zu anderen Herstellern auf derselben Seite driften
+ Du musst Gebühren an die Plattform abtreten
+ Du kannst deinen Onlineshop nur minimal deinem Branding anpassen

Dein eigener Onlineshop

+ Der Shop gehört wirklich dir (denn sollte die Plattform aus 1. plötzlich pleite gehen, wäre da auch dein Shop weg)
+ Potentielle Käufer driften nicht so schnell zu einem anderen Hersteller, weil es nur dich auf deiner Seite gibt.
+ Keine Gebühren, die du abtreten musst
+ Möglichkeit einen Händlershop zu erstellen
+ Persönliches Branding hoch zehn ist möglich
+ Du kannst den Facebook-Pixel verwenden und so gezielte Werbeanzeigen erstellen
+ Nachteile: eigene Technik nötig (Website, Host, Pflege, Shop-Software, Zahlungsanbieter integrieren)

Anbieter wie Spreadshirt und Redbubble

+ Kein Kümmern um AGB, Verpackungsverordnung & Co., weil ALLES was den Verkauf betrifft übernommen wird.
+ Dadurch viel mehr Zeit für tolle Illustrationen
+ Man muss keine Produkte herstellen lassen und dann auch noch bei sich Zuhause lagern
+ Nachteil: Es werden sehr hohe Gebühren genommen
+ Branding vom Onlineshop nicht wirklich möglich, außer Header austauschen & Co.,
+ Ähnlich wie bei 1. kann man durch Zufall entdeckt werden, kann aber auch Kunden verlieren durch die Konkurrenz auf der selben Plattform

Für jeden Onlinehop gilt:

Wo willst du hin? Willst du deine Artikel irgendwann in Läden sehen? Sie auf Messen vertreiben? Dann macht 1. oder 2. mehr Sinn.

Werbung machen musst du so oder so. Und zwar viel. Blogbeiträge, Gastblogbeiträge, Interviews, Werbeanzeigen, usw.

Fragen, Tipps, Erfahrungen? Ich bin ganz Ohr.

Was willst du tun? Wie sind deine Pläne für dein Label? Oder hast du vielleicht auch schon Erfahrungen damit gemacht und willst diese hier teilen?

P.S. Ich habe auch eine Facebook Gruppe mit der tollsten Illustratoren-Community. Alte Hasen und ganz viele Starter. Komm doch auch und mach mit. Alle, die in ihrem öffentlichen Profil uns erahnen lassen, dass sie mit Illustration was am Hut haben, sind herzlich willkommen.

14 thoughts on “Onlineshop – dein eigenes Label

  1. Nikola,

    Liebe Johanna,

    endlich habe ich es geschafft, den Beitrag anzuschauen, den ich mir schon markiert hatt, vielen Dank dafür!!!

    Mein Gewerbe, das ich vor Jahren angemeldet hatte (teils aus Unwissenheit, teils, damit ich beim Betreiben meines Dawanda-Shops nur ja keine Steuerhinterziehung betrieben hätte), habe ich inzwischen abgemeldet und bin beim Finanzamt als Freiberuflerin gemeldet. Denn selbst kleinere Auflagen von Drucken eigener Motive wären laut meiner Finanzbeamtin kein Gewerbe, schön!

    Was mich gerade umtreibt, ist die Idee, meine Originale online zu verkaufen, zum Beispiel über facebook-Beiträge. Die verstopfen mir grade die Schränke und ich möchte Platz für Neues schaffen 😉

    Nur: Wenn ich die jetzt verkaufe und versende, muss ich sicherlich doch wieder die Verpackungsordnung beachten und mich zum Beispiel beim Grünen Punkt anmelden, oder?

    LG!

    Nikola

    1. Comment author Johanna,

      Puuuuh, Nikola, ich bin ganz ehrlich: ich weiß es nicht. Vielleicht schaust du mal im Internet nach, ob es sowas wie eine Mindestmenge gibt oder ob man tatsächlich alles was man an Verpackung für Verkäufe nutzt angeben muss.

      Das mit den Kleinauflagen klingt doch super. Leider ist das diese Grauzone bei der der eine das sagt und der andere das. Sogar bei den Finanzämtern bekommt man gerne mal unterschiedliche Aussagen zu dem Thema.

      Liebe Grüße,
      Johanna

      1. Nikola,

        Vielen Dank, ja, ist alles etwas undurchsichtig 😮

        aber dank Dir sind auch viele andere Sachen schon geklärt 😀 Liebe Grüße!

  2. Heike,

    Hi Johanna, in deinem Beitrag finde ich mich voll wieder 😉 Ich bin (angehende) Mediengestalterin und designen, layouten, composen usw. sind meine Leidenschaft. In meinem jetzigen Betrieb bin ich total eingeschränkt, obwohl mir kreative Freiheiten versprochen wurden. Die ealität sieht so aus, dass alles was dem Chef nicht gefällt, als „Sch…“ betitelt wird. Frust pur … Zumal wir, was Design usw. betrifft nicht wirklich auf einer Welle schwimmen 😉

    Na ja – aber es gibt ja zum Glück noch weitere Optionen. Mein Ziel ist es, ab August diesen Jahres mit einem Illustrations-Blog zu starten. Damit möchte ich mir – unter Nutzung diverser Social-Media Kanäle – eine Lesergemeinschaft aufbauen. Einen Mehrwert werde ich natürlich auch anzubieten haben 🙂 Tja – und dann möchte ich … tadaaaa … mit einem Online-Shop meines Labels durchstarten. Ich dachte da an eine Lösung wie bei dir unter Nummer 3 beschrieben.

    Ich muss mich um nichts weiter kümmern. Außer neue Designs zu produzieren und kräftig die Werbetrommel zu rühren. Das kommt mir sehr entgegen 🙂

    Liebe Grüße
    eine vollmotivierte Heike 🙂

  3. Alina,

    Danke für die vielen Tipps, liebe Johanna! So ein Shop ist eine tolle Sache aber auch unheimlich viel Arbeit, daher habe ich noch etwas „Angst“ davor, das es sich nicht lohnt. Ich denke, man muss sich schon irgendwie vom Rest abgeben um erfolgreich zu sein.

    Was mich verwirrt ist die Sache mit Freiberufler und Gewerbe. Generell ist man ja ein Gewerbe, wenn man Sachen produziert und verkauft. Aber ich dachte immer, das man auch als Freiberufler in geringen Mengen verkaufen darf. Wenn ich zum Beispiel nur Drucke meiner Zeichnungen verkaufe. Also keine Kissen, Basteleien, etc. Darf man das als Freiberufler? Wie ist das mit Karten, die eine kleine Auflage haben? Ehrlich gesagt schreckt mich die Gewerbeanmeldung schon etwas ab. Vielleicht kannst du zu dem Thema Gewerbe ja auch mal ein Video machen? 😀

    LG Alina

    1. Comment author Johanna,

      Hallo Alina,
      ja, da gibt es definitiv eine Grauzone. Leider mal wieder 😉
      Soweit ich informiert bin, sind limitierte, signierte Kunstdrucke kein Gewerbe, sondern können auch als Freiberufler verkauft werden.
      Bei Produkten bist du auf der richtigen Seite, wenn du ein Gewerbe anmeldest. Zumindest, wenn es höhere Auflagen sind, also, nicht Original-Zeichnungen als Karten oder ähnliches. Das Problem hierbei ist, wie legt man diese Grauzone aus? Der eine Steuerberater wird so tendieren, der andere wieder anders. Das gleiche beim Finanzamt. Je nachdem wen du am Telefon erreichst, kann die Antwort schon mal unterschiedlich ausfallen.
      Aber glaube mir, eine Gewerbeanmeldung ist gar nicht schlimm und auch nicht wirklich mehr Aufwand. Eine weitere Seite die man bei der Einkommenssteuer ausfüllen muss. Das war’s. Eine getrennte Buchhaltung würde ich so oder so empfehlen, weil es zwei unterschiedliche Einkommensarten sind. Egal ob Freiberufler oder Gewerbe 😉
      Liebe Grüße,
      Johanna

  4. Petra,

    Liebe Johanna,
    der Punkt „eine Rechnung für Postkarten über 1,50€ zu stellen kann sehr nervig sein“ kam mir doch sehr bekannt vor
    So richtig lösen kann ich mich von meinem Shop dann aber trotzdem nicht, obwohl nicht wirklich viel drin ist. Die Entwicklung der Produkte ist einfach zu verlockend. ..Aber du hast vollkommen Recht, wenn man sich nicht voll und ganz darauf einlässt, frisst es nur Zeit. Meine Schnittmuster vertreibe ich inzwischen auf Makerist, was wohl zu Punkt 3 gehört. Da macht der Verkauf schon mehr Spaß, weil ich mich wirklich nur um meine Dateien kümmern muss. Aber trotzdem liebäugle ich noch mit einem Etsy Shop ….
    Liebe Grüße
    Petra

  5. Sabine,

    Liebe Johanna,

    dank dir herzlich für deine vielen tollen Beiträge & Tipps.
    Ich habe schon seit einigen Jahren unter meinem Label „JunieMond“ einen Onlineshop bei Dawanda.
    Hatte auch schon oft über einen eigenen Shop nachgedacht. Bin aber aus vielen Gründen davon abgekommen.
    Die Pflege des Dawandashops kostet schon sehr viel Zeit und mit einem eigenen Shop würde das noch mehr werden, um was ich mich selber kümmern müsste. Dein Beitrag hat mich darin auch wieder bestätigt.
    Möchte lieber noch Spreadshirt oder Redbubble machen. Das wäre noch für dieses Jahr in Planung.

    Lieben Gruß,
    Sabine

  6. Annett,

    hi liebch Johanna.

    ohja, der liebe onlineshop. 😉 was ich allerdings bei dawanda & etsy gutheissen muss, ist, dass wenn man noch nicht so bewandert und vor allem guten ruf besitzt, dies eine gute einsteigervariante ist.

    anfangs habe ich ebenso verschiedene verpackungen, selbstgestaltete karten und später mini-food-accessoires aus polymer clay angeboten. bei ersterem gab es sogar speziellere anfragen von werbeagenturen, dem so mancher auftrag hinterher folgte. was mich jedoch „nervte“, war das bereitstellen im vorab von all den produkten und wichtiger noch der ganze versandbereich, wo man ständig nach guten versandkartons + füllmaterial recherchierte, das ewige porto-optimieren und das ständige tingeln zur post (auf dem ländle sind sie von der post noch nicht so weit gewesen, um quasi deine sendungen vor der haustür abzuholen). deswegen habe ich seit vor knapp einem jahr begonnen, nur digitale inhalte – wie schnittmuster inkl. anleitung für plotter sowie digi stamps – anzubieten. der „versand“ erfolgt hierbei praktisch per email und das ist immens zeitsparend. 😉

    natürlich sind meine shop-plattformen ebenso mit meinem blog verknüpft, dessen einträge von lustigen kärtchen & co. ich wiederrum in verschiedenen fb-gruppen vorstelle. so kommt man auch an gute connections – vor allem world-wide. 😀

    liebs grüssle
    Annett

    1. Comment author Johanna,

      Oh ja, da stimme ich dir voll zu, Ich hätte damals auch nicht gleich mit einem eigenen Shop starten wollen. Bzw.: es hätte mich keiner gefunden. DaWanda hat da einiges zu beigetragen, dass das Ganze wachsen konnte.

      Das mit dem Verpackungskram & Co kenne ich nur zu gut. Was hat das alles Zeit gekostet! Unglaublich. Dinge, an die man vorher gar nicht so denkt. Stimmt’s?
      Die Variante mit den digitalen Produkten klingt sehr gut. Weiterhin viel Erfolg damit.

      Liebe Grüße,
      Johanna

  7. Marianne,

    Liebe Johanna! Toll dein heutiger Beitrag spricht mir wieder mal aus der Seele! Steht nämlich ganz obern auf meiner 2017er Liste! Onlineshop und wenn ja, welchen … Also super, deine Erfahrungen und Tipps zu hören! Ist schon mal eine gute Grundlage!
    Vielen Dank! LG Marianne

  8. Bille,

    Liebe Johanna, ein wirklich toller Beitrag! Hätte ich den vor vier Jahren gelesen, dann wäre ich den Weg damals anders gegangen. Inzwischen habe ich mir mühsam dieses Wissen erarbeitet, ich sag nur: Schweiss, Blut und Tränen … war auf gefühlt Millionen Messen und Märkten (das immer mit enormem Risiko, weil man nie weiss, wie gut eine Messe besucht ist, ob die Leute Bock auf shopping haben oder nur gucken wollen – das Wetter ist spielt auch immer ne rolle… bin auch mehrmals total abgesoffen open air…) und hab viel viel Geld, Zeit und Nerven in teure Standgebühren, ganze Wochenenden und Druckkosten gesteckt. Für mich ist es nix gewesen, ich hab nun nur noch alles auf meiner webseite zum Verkauf, bis es weg ist Wünsche allen viel Erfolg, die den Shop-Weg beschreiten wollen, die Konkurrenz ist groß und man muss wirklich seehr seeeeehr gut planen!! Liebste grüße, bille

    1. Comment author Johanna,

      Haha. Oh man… diese Messen und Märkte. Muss ich bei schmunzeln. Mein Highlight war ein Acker! Bei schlechtem Wetter und NULL Publikum. Hahaha. Verrückt was man so im Laufe der Zeit alles so mitmacht 😉

      Liebe Grüße.

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